Sehenswürdigkeiten

Die Altstadt

Im Herzen der Stadt, auf dem Stadtplan immer noch als Insel zu erkennen, liegt die Altstadt. Sie entstand im 13. Jahrhundert neben der Reinholdsburg, die sich damals auf dem jetzigen Schlossplatz befand. Die alte Handelsstraße, der Ochsenweg, führte über die Insel an Schloß und Marktplatz vorbei nach Süden bis an die Elbe.  500 Jahre lang drängten sich die ein- bis zweistöckigen Häuser hier dicht an dicht um die Marienkirche zusammen. Wie in alten Zeiten die Eider und der Holstengraben die alte Stadtinsel umschlungen hatten, sind es jetzt hauptsächlich die Straßen, die dem Gast die doch geringen Abmessungen der alten Innenstadt aufzeigen. Der immer noch erkennbare mittelalterliche Stadtkern wird von der eindrucksvollen St. Marienkirche und dem alten Rathaus am Altstädter Markt dominiert. Die großen Wasserflächen von Ober- und Untereider und der Stadtsee bilden einen wohltuenden Kontrast zu den engen, verwinkelten Gassen mit den verschachtelten Häusern der Altstadt.

Altes Rathaus

Die eigentlichen Anfänge dieses wunderschönen Backsteinbaues liegen im Dunkel der Geschichte. Auch wenn ein Wappen das Jahr 1566 suggeriert, wissen wir doch, dass bereits 1542 hier im Ratssaal die neue Kirchenordnung für die Herzogtümer Schleswig und Holstein vom Landtag angenommen und eingeführt wurde.  Seitdem hat der ehrwürdige Bau viel überstehen müssen, wie eine lange Belagerung im 30-jährigen Krieg und schließlich einen verheerenden Brand 1973.

Vom charakteristischen Treppengiebel des Alten Rathauses lässt ein modernes Glockenspiel alle zwei Stunden eine Volksmelodie über den Altstädter Markt erschallen.

Der über viereinhalb Jahrhunderte alte Bau dient heute zum einen als Repräsentationsbau und zum anderen werden hier die Beschlüsse der Stadtpolitik erarbeitet und im Ratssaal wird darüber abgestimmt.

Ebenso können sich hier Brautpaare in ehrwürdiger Umgebung das Jawort geben. Auch lohnt es sich, im Verlaufe einer Führung, den Ratssaal aber besonders das Senatszimmer mit seiner Täfelung von 1720 zu besichtigen.

Arsenal

Eines der wichtigsten Gebäudekomplexe einer jeden Festung ist das Arsenal. Am Rande des riesigen Paradeplatzes, an der Basis der Festung, wurde dieser Bau angelegt.

Das während des Festungsbaus errichtete Hohe Arsenal und das später (1740)  angebaute Niedere Arsenal waren ursprünglich für die Lagerung und Instandhaltung von Waffen und Ausrüstung vorgesehen.

Heute beherbergen sie das Historische Museen mit den Stadtmodellen und ein Druckmuseum in dem Geschichte des Druckens und Setzens anhand von historischen Maschinen zu verfolgen ist. Außerdem findet man die Stadtbücherei und Bürgersäle, die für die unterschiedlichsten Zwecke gemietet werden können. Im niederen Arsenal, also dem später angebauten Teil, befindet sich die Volkshochschule Rendsburger Ring, in der man so ziemlich alles lernen kann. Der große Innenhof wird gerne zu den verschiedensten Veranstaltungen genutzt.

 

Nordmarkthalle

Der Volksmund sagt „Bullentempel“ zu der riesigen, denkmalgeschützten Markthalle von 1913. Als Viehmarkthalle wurde sie ursprünglich direkt zwischen Güterbahnhof und Marktplatz angelegt, damit man das Vieh gleich verfrachten konnte. Sie zementierte Rendsburgs Ruf als Zentrum der schleswig-holsteinischen Landwirtschaft.

Heute ist der Güterbahnhof verschwunden und der Willy-Brandt-Platz dient immer wieder als Parkplatz für die vielen Veranstaltungen in der Nordmarkhalle. Als Veranstaltungsort für Wochen- und Floh¬märkte, Wahlveranstaltungen, private Feste und Konzerte ist diese Halle mit ihrem großen Fassungsvermögen sehr beliebt.

So viel Kultur

Der Bedarf an kulturellen Genüssen wird von insgesamt fünf Museen gedeckt. Darunter die Städtischen Museen im Kulturzentrum Hohes Arsenal und das über die Landesgrenzen hinaus bekannte Dr.-Bamberger-Haus (oben), eine ehemalige Synagoge, in der heute das Jüdische Museum seinen Sitz hat. Aber auch im Stadttheater und in den beiden größten Kirchen der Stadt wird ein vielfältiges kulturelles Programm geboten – im Sommer ergänzt durch Konzerte des Schleswig-Holstein-Musik-Festivals.

Museen im Kulturzentrum Rendsburg

Die Museen im Kulturzentrum setzen sich aus zwei Museumstypen zusammen, vereint unter dem Dach der dreiflügeligen barocken Anlage des Hohen Arsenals am Rendsburger Paradeplatz. West- und Nordflügel werden im Erdgeschoss vom Druckmuseum, im ersten Obergeschoss durch das Historische Museum Rendsburg belegt.

Verbindend für beide Museen: eine Caféteria als Ruhezone im Eingangsbereich und ein Sonderausstellungsraum mit wechselnden Präsentationen zu kunst- und kulturgeschichtlichen Themen im ersten Obergeschoss.

Diese einzigartige Verbindung von Technik- und Kulturgeschichte lässt jeden Besuch zu einem ganz eigenen Erlebnis werden!

Quelle und weitere Infos: www.museen-rendsburg.de

Historisches Museum

Das Historische Museum Rendsburg in den Museen im Kulturzentrum ist aus dem noch vielen Rendsburgern bekannten Heimatmuseum hervorgegangen und hat eine über 100jährige Sammlungsgeschichte.

Seit November 2011 ist das Historische Museum um eine Attraktion reicher: Der Rendsburger Sammler Reinhard Jahnke übergab dem Museum seine komplette Sammlung von historischem Blechspielzeug, die seitdem im Nordflügel zu bewundern ist.

Quelle und Infos: www.museen-rendsburg.de

Jüdisches Museum

Die frühere Synagoge (1844/45 erbaut) mit Mikwe (Ritualbad) und die frühere Talmud-Tora-Schule aus den 1830er Jahren beherbergen seit 1985 bzw. 1988 eine kulturelle Begegnungsstätte und eines der wenigen jüdischen Museen im norddeutschen Raum.

Während im ehemaligen Betsaal und in den Ergänzungsbauten am Hof Wechselausstellungen und Veranstaltungen stattfinden, sind in den Nebenräumen des Bades und im Schulgebäude Teile der ständigen Sammlungen ausgestellt, nämlich die Ausstellung „Jüdische Künstler – jüdische Themen“ und eine Dokumentation zur Geschichte des Judentums in Schleswig-Holstein. Auf der Frauenempore und in der ehemaligen „Wintersynagoge“ nebenan beschäftigt sich eine weitere Sammlung mit der religiösen Kultur. Zu allen Sammlungen haben Überlebende aus Schleswig-Holstein mit Gegenständen und Dokumenten beigetragen.

Zur Geschichte der Rendsburger Juden
Seit 1692 durften Juden sich in Rendsburg/Neuwerk auf Grund eines königlichen Privilegs niederlassen. Voraussetzung war der Bau eines Hauses. War diese erfüllt, erhielten sie das eingeschränkte Ortsbürgerrecht und waren damit ungleich besser gestellt als die Schutzjuden. Zur Bauzeit der zweiten Synagoge (1844/45) umfasste die Gemeinde ca. 300 Mitglieder. 1695 wurde der Friedhof in Westerrönfeld angelegt. Schon vor der Nazizeit wurde die Gemeinde durch Abwanderung stark reduziert. An der Gedenkwand im Hof wird der als Juden verfolgten Rendsburger Bürgerinnen und Bürger gedacht.

Weitere Einrichtungen im Jüdischen Museum Rendsburg und Dr. Bamberger-Haus:

Die Bibliothek:
Die etwa 6000 Bände umfassende Präsenzbibliothek zur jüdischen Geschichte und Kultur ist für jedermann zugänglich (Telefonische Anmeldung erbeten).

Das Gästeatelier:
Seit 1985 können bildende Künstler und Literaten als Stipendiaten des Landes S-H für einige Monate hier an einem jüdischen Thema arbeiten. Zur Zeit werden allerdings keine Stipendien vergeben.

Dr. Bamberger-Haus
Nach der Pogromnacht von 1938 musste die Synagoge an eine Fischräucherei verkauft werden. Nach der Restaurierung erhielt das Haus den Namen des Rendsburger Arztes Dr. Ernst Bamberger, der als Jude verfolgt und in den Selbstmord getrieben wurde.

Julius-Magnus-Haus
Die Erweiterungsbauten am Innenhof tragen den Namen des letzten Gemeindevorstehers. Im Sommer 1942 nahmen Julius und Frieda Magnus sich das Leben, als ihre Deportation bevorstand.

Infos: www.schloss-gottorf.de/juedisches-museum

Schifffahrtsarchiv

Ein Haus mit Geschichte: Das Schifffahrtsarchiv/Schifffahrtsmuseum, in dem jetzt auf 550 Quadratmeter ein umfassendes Bild der Schifffahrt seit den 40er Jahren des letzten Jahrhunderts gezeigt wird, wurde 1697 von dem Chirurgus Stubbe erbaut. Über 120 Jahre blieb es im Besitz der Familie Stubbe. Danach beherbergte es eine Schankwirtschaft und ein Geschäft für Kolonial-, Eisen und Kurzwaren, dann ein Café und ein Textilgeschäft, und zuletzt das Restaurant „Der Fischbäcker“ und ein Pelzgeschäft.

Die Sanierung und der Ausbau zum Archiv erfolgten durch das Architekturbüro Bock + Bock in enger Zusammenarbeit mit der Denkmalpflege. Rendsburg ist um ein stilgerecht restauriertes Baudenkmal und um ein Schifffahrtsmuseum reicher geworden.

Quelle und Infos: www.rendsburger-schifffahrtsarchiv.de